Erster Jedediah Smith Trail 1822 — 1824
33. Tag: 17. September 2009 Hamilton — Missoula

Karte Hamilton nach Missoula
Auch heute verschlafe ich wieder. Schließlich ist es gestern wieder zwölf Uhr geworden. Kurz vor acht stehe ich auf und mache mich fertig. Zu allem Überfluss merke ich, dass irgendwas mit meinem Hals nicht stimmt. Na, hoffentlich bekomme ich keine Erkältung!
Ich räume meine Sachen ins Auto, dann checke ich aus. Am Empfang ist wieder die gleiche Dame wie am Abend und ich erkundige mich nochmal nach „The Kitchen”. Aber meine Wegbeschreibung, die ich im Kopf habe, ist richtig. Also fahre ich los Richtung Downtown.
Ich befürchte schon, dass ich vielleicht keinen Parkplatz bekomme. Aber es ist genügend da. Wie sie beschrieben hat, ist es gleich auf der linken Seite nach dem Abbiegen auf die 2nd. Das Lokal ist ein richtiger Geheimtipp. Es sind hauptsächlich Einheimische und Stammgäste und nur ein paar Durchreisende.
Ich bestelle wieder meinen Standard, aber sie haben nur Country Potatoes anstatt Hashbrowns zur Auswahl. Dann nehme ich doch mal die! Das Frühstück ist reichlich und gut und mit einem tollen Bacon!
Auch der Kaffeeservice ist klasse. Kurzum, es ist ein Restaurant, das sehr zu empfehlen ist. Ich bezahle und fahre zum Tanken.

Highway 93/S 1st St, Hamilton, Montana

Highway 269, Montana
Gegen 11 Uhr geht es dann endlich los in Richtung Thompson Falls.

Highway 269/Main St, Stevensville, Montana
Zuerst fahre ich auf dem kleineren Highway 269 und dann bei Stevensville auf dem Highway 209 nach Norden. Doch auch hier herrscht viel Verkehr und man kann nicht wirklich langsam fahren.

Lower Woodchuck Rd, Montana

Lower Woodchuck Rd, Montana

Lower Woodchuck Rd, Montana
Endlich geht es wieder auf Backroads und Gravel mit einem schönen Ausblick auf das Tal. Doch die Freude ist nicht von langer Dauer, denn schon bald werde ich von Private Property gestoppt.

Highway 93, Montana
Also fahre ich alles wieder zurück und auf den Highway 93. Auf diesem geht es durch Lolo und weiter bis Missoula. Da ich noch gut in der Zeit liege, mache ich doch noch einen Stopp in den nur zwei Meilen von meinem Abzweigpunkt entfernten Walmart. Dort kaufe ich Wasser — und jede Menge CDs, speziell die teureren für $11.88, denn hier zahle ich keine Steuern!
Dann geht es zurück auf den Highway 93.

Blue Mountain Rd, Montana
Auf diesem fahre ich bis zur Blue Montain Road. Da fällt mir auf, dass ich wieder mal vergessen habe den Laptop anzuschließen. Der Akku ist fast leer. Also stecke ich den noch schnell an, dann geht es weiter.

Big Flat Rd, Montana

Big Flat Rd, Montana

Big Flat Rd, Montana

Big Flat Rd, Clark Fork, Montana

Big Flat Rd, Montana
Weiter geht es auf der Big Flat Road. Bald wird die Straße wieder zur Gravel Road und führt etwas den Hang hinauf. Bei dem Gerüttel verliert mein Laptop plötzlich wieder die Netzspannung. Naja, das kenne ich schon. Die Verbindung mit dem blöden Kensington Adapter ist etwas hakelig. Doch trotz Gefummel bekomme ich den Laptop fast nicht mehr zum Laden.
Ich halte immer wieder, aber schon nach kurzem Rütteln habe ich keinen Kontakt mehr. Es sieht so aus, als ob das Kabel zum PC–Stecker einen Wackelkontakt hätte. Also tausche ich das schnell aus. Schließlich habe ich das extra mitgenommen. Doch das bringt auch nichts!
Ich kämpfe weiter, bis ich an der Stelle bin, an der einmal eine Brücke über den Bitterroot River geführt hatte. Da komme ich also nicht mehr hinüber. Aber ich nutze die Gelegenheit und sehe mir das Problem genauer an: Es scheint nicht das Kabel sondern das feste Adapterstück zu sein! Das liegt natürlich als Ersatz zu Hause, weil ich dachte, was soll da schon kaputt gehen…
Aber das Teil kann man öffnen und zu meiner Überraschung sehe ich, dass da eine kleine Platine mit einem Dallas 2502 im TO–92 Gehäuse drin ist. Es sieht so aus, als ob das eine Diode ist oder eine Zenerdiode. Die Lötstelle zum Mittelstift sieht etwas schlecht aus. Also packe ich meinen Lötkolben aus und versuche nachzulöten — beim Versuch bleibt es die nächsten zwei Stunden. Außer der Heißklebe schmilzt da fast nichts. Ich löte und bastel und fummel, aber es ist nicht hinzubekommen. Schließlich geht gar nichts mehr, nicht mal zeitweise.

Big Flat Rd, Clark Fork, Montana

Southside Rd, Clark Fork, Montana

Southside Rd, Montana
Ich gebe auf und fahre ohne Laptop weiter. Es geht langsam schon auf vier Uhr zu. Weiter geht es auf der Gravel Road für eine halbe Stunde. Dann werde ich von Privatgrund abermals gestoppt und muss die gesamte Strecke bis zum Highway zurück fahren. Das wirft mich jetzt endgültig aus dem Zeitplan. Ich plane, auf dem Highway bis zur Abzweigung durch die Berge bei Frenchtown zu fahren und dann zu entscheiden.
Als ich dort ankomme, ist es schon fünf Uhr. Da brauche ich keine großen Touren mehr starten. Etwas frustriert biege ich auf die Frontage Road Richtung Missoula ein. Wenigstens das Stück will ich nicht auf der Interstate verbringen.

Highway 10/W Broadway St, Missoula, Montana

N Orange St, Missoula, Montana
Doch ich verpasse die Abzweigung zum Motel 6 und lande in Downtown Missoula und quäle mich durch den Berufsverkehr. Schließlich bin ich wieder auf der Interstate. Langsam fehlt mir der Laptop zur Orientierung. Nichtmal mein Handheld GPS hilft mir, weil ich nicht mal genau weiß, wo das Motel 6 war. Und der Motelführer ist irgendwo in den Untiefen meines Autos vergraben.
An der Interstate fahre ich einfach mal auf gut Glück Richtung Westen und befürchte schon, dass ich falsch bin. Aber zu meiner Freude sehe ich das Motel 6–Schild am Highway. Also bin ich doch richtig. Jetzt kenne ich mich wieder aus und gegen sechs Uhr checke ich im Motel 6 ein.
Dann fahre ich meinen Laptop auf dem Zimmer wieder ab: Der Stecker am Laptop ist okay, mit Netzteil funktioniert alles. Wenigstens etwas. Als erstes suche ich mal, was es da so an Computerläden gibt. Ich entscheide mich, bei Staples mal zu schauen und anschließend beim Walmart. Vielleicht haben die einen billigen Netzadapter.
Zuerst fahre ich also zu Staples. Doch direkt daneben ist ein Best Buy, welchen mir der Typ in dem anderen Walmart wegen dem Firewire Kabel einmal empfohlen hatte. Also schaue ich da zuerst vorbei. Die haben natürlich keinen Auto–Adapter oder diese Kensington Adapter. Aber es gibt Ladegeräte, die zwischen 70 und 150 Dollar liegen. Das ist schon etwas viel für die letzten paar Tage. Also fahre ich weiter zu Staples. Aber die haben noch weniger und die Preise sind genauso. Firewire Kabel hatte Best Buy auch, aber für über $30! Bei Staples bekomme ich den Tipp bei Radio Shack — echt, hier ist einer?!
Ich muss nur über die Straße hinüber und er ist gleich neben dem Outback Steakhouse. Der ist direkt in dem Haus integriert. Ich bedanke mich und fahre hinüber. Eigentlich gehe ich davon aus, dass die kurz vor sieben nicht mehr auf haben. Doch zu meiner Überraschung sind die noch da. Wie üblich sind hier wieder diese typischen Verkäufertypen drin, die einem alles Mögliche andrehen wollen. Aber meinen Adapter kennen sie auch nicht. Nachdem er meinen offenen Adapter betrachtet hatte, meint er auch nur, der ist wohl hin. Ich erspare mir die Erläuterung, dass der nicht hin ist, weil er offen ist…
Er will mir noch einen normalen KFZ–Adapter andrehen, wegen dem ich im Walmart schauen wollte. Den werde ich kaum bei Radio Shack kaufen. Da zahle ich wahrscheinlich zwischen 100 und 200 Dollar. Ich bedanke mich und sage, das ist es mir für die paar Tage nicht wert.
Weiter geht es zum Walmart. Dort finde ich doch tatsächlich einen 150W Adapter für $30. Na also, genau was ich suche. Die 150W dürfte er zwar nur im Minutenbereich bringen. Aber wenn ich nicht gerade den Akku am Laptop laden muss und nur die Navigationssoftware läuft, sollte das der Adapter schon packen. Wieder bleibe ich natürlich am CD–Regal hängen und kaufe nochmal fleißig ein, was mir noch fehlt. Nur gut, dass das Zolllimit so heraufgesetzt wurde. Sonst würde ich in ein echtes Problem laufen. Mal schauen, was die Silversmith noch für mich haben.
Dann fahre ich zurück ins Motel und schnappe meine Sachen zum Lesen bevor es wieder die gleiche Strecke zurück geht. Eigentlich hätte ich meine Sachen gleich mitnehmen können. Aber so hatte ich wenigstens Gelegenheit, mir die Hände vor dem Essen zu waschen.
Zu meiner Überraschung muss ich trotz fast acht Uhr auf einen Platz im Outback Steakhouse warten. Also tippe ich noch schnell eine SMS nach Hause, dass meine Fahrt etwas geändert ist. Aber schon während dem Tippen ist mein Tisch fertig und ich kann los. Doch irgendwie kommt meine Bedienung nicht. Eine Andere nimmt sich kurz meiner an und bringt mir schon mal etwas zum Trinken. Dann taucht nach einiger Zeit meine Bedienung auf. Niemand hat ihr gesagt, dass sie einen neuen Gast hat! Sie entschuldigt sich vielmals und gibt mir gleich die Hand zur Versöhnung.
Irgendwie ist sie ganz nett und wirklich bemüht, alles perfekt zu machen. Sogar als meine Cola erst halb leer ist, bekomme ich schon die nächste. Zur Halb–Feier des Tages bestelle ich mir ein Filet. Schließlich komme ich (hoffentlich) morgen zu meinem Trailende, der Flathead Post bei Thompson Falls. Dann werde ich halt morgen Highways und keine Backroads mehr fahren. Dann sollte das auch mit Bozeman noch klappen.
Gegen viertel nach neun bezahle ich und fahre zurück zum Motel. Dort mache ich als erstes meine Buchführung und lege die nächste CD ein. Dann schaue ich, ob ich nicht vielleicht versehentlich Dubletten gekauft habe. Aber es ist alles okay. Dann geht es ans Tagebuch. Heute muss ich eher ins Bett, weil ich meinen Hals irgendwie merke. Aber meinen Trail muss ich auch noch am Laptop umbauen. So wie es aussieht komme ich mit etwa 9h hin. Das sollte wirklich noch ausgehen. Dann werde ich morgen auch mal wieder die Reifen hoch pumpen, da jetzt die Gravel Fahrerei endlich zu Ende ist. Hier in Montana mit den Waschbrett– und Steinpisten ist das ganz schön nervig!
Nebenbei läuft wieder der Weather Channel. Noch immer ersäuft Texas im Regen. Nur gut, dass ich so weit oben unterwegs bin. So wie es aussieht, werde ich den Regen erst gegen Ende meiner Tour abbekommen, ein oder zwei Tage bevor ich zu Hause bin. Das ist ganz okay. Und es ist immer noch heiß. Temperaturen bis 30°C ist für die Jahreszeit in der Gegend schon ungewöhnlich. Wenn ich mir vorstelle, dass ich um die Zeit mal den ersten Schnee in Evanston hatte…
Gegen elf bin ich heute im Bett. Da das Wasser im Bad recht laut läuft, entscheide ich mich doch wieder für Stöpsel in der Nacht…
Der nächste Tag ist in Vorbereitung…
- Besichtigungen
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- Allgemein
- Frühstück: The Kitchen, Hamilton
- Abendessen: Outback Steakhouse, Missoula
- Motel: Motel 6, Missoula
- Tagesetappe: 132 Meilen