Zweiter Jedediah Smith Trail 1824 — 1826

2. Tag: 23. August 2010 Pittsburgh (Mine)

Helen muss vormittags noch etwas erledigen. So kann ich mich in Ruhe fertig machen — und mein Kopfweh mit ausreichend Ibuprofen kurieren. So mache ich mir mein Frühstück ungeduscht. Zuerst haue ich mir drei Eier in die Pfanne und mache zwei Toasts und Kaffee dazu. Dann geht’s langsam besser. Schließlich springe ich unter die Dusche, was mich langsam wieder fit macht.

Dann schaue ich nach meinen Emails. Als nächstes versuche ich rauszubekommen, was mit meinem Telefon los ist und rufe den Support an. Dort erfahre ich, dass die ohne meine 4–stellige Service PIN gar nichts machen können. Irgendwie kann ich mich an die aber nicht erinnern. Aber meine ganzen Unterlagen liegen natürlich zu Hause. Da bin ich ja gespannt, ob ich mein Guthaben jemals wieder sehen werde…

Also schreibe ich eine Email an meine Eltern, ob die mal nachschauen können, was da ist. Sicherheitshalber rufe ich nochmal zu Hause an. Ich habe da noch eine alte AT&T Karte, bei der ich nicht weiß, wie viel Guthaben noch drauf ist. 5 Minuten International und 21 Minuten USA hätte ich noch — und die läuft wenigstens nicht ab!

Bis ich mit allem fertig bin, ist Helen schon zurück. Wir essen noch schnell ein Sandwich, dann geht es kurz nach zwölf los. Gegen eins kommen wir bei Bradys Bend Underground Storage an. Es ist wieder eine neue Dame am Empfang. Aber mit meinem Vertrag ist alles kein Problem. Die Jungs aus der Mine sind gerade in einer Besprechung und so muss ich etwas warten. Den Rest meines Guthabens lasse ich gleich wieder als Deposit für Ende September. Ich muss gleich eine Zeit vereinbaren, wann ich denn das Auto wieder reinstelle. Ich mache mal 13–13:30 aus und falls sich etwas ändern sollte, kann man einen Tag vorher nochmal die Zeit verschieben.

88 S10 Blazer, Mine, Pennsylvania 88 S10 Blazer, Mine, Pennsylvania
88 S10 Blazer, Mine, Pennsylvania

Ich gehe wieder zu Helen ins Auto. Nach kurzem Warten kommt auch Paul raus und bringt mich wieder zum Truck. Er kennt mich noch. Ich klemme schnell die Batterie an und mache gleich die Haube zu. Er schaut mich etwas ungläubig an und ich meine nur, ich bin Optimist. Schließlich habe ich eine neue Batterie drin. Vorher mache ich noch schnell zwei Bilder, eines mit und eines ohne Blitz. Wenn ich mich richtig erinnere, steht da sogar noch immer der gleiche Truck neben mir wie beim Reinbringen.

Dann fahre ich aus der Mine heraus. Hoffentlich regnet es nicht mehr. Das wäre zum Aufpumpen nicht wirklich toll. Aber ich habe Glück und es hat aufgehört zu regnen! Ich krame meine Pumpe heraus, dann geht es wieder routinemäßig durch. Zuerst links vorne, links hinten, rechts vorne, rechts hinten — doch was ist das? Irgendwie pfeift da etwas. Ist der Schlauch undicht?!

Auf einmal habe ich das ganze Ventil in der Hand und der Reifen wird platt. Es ist doch glatt das Messingteil mit dem Gewinde gebrochen! Das habe ich auch noch nie gesehen!

Jetzt darf ich erstmal Reifen wechseln, keine andere Chance. Also hole ich den Wagenheber heraus und suche das Kreuz. Wenn man in zwei Wagen unterschiedlich die Sachen verstaut, dann sucht man teilweise schon eine Zeit, bis man alles findet. Nach ewiger Sucherei habe ich alles, was ich brauche. Ich setze den Wagenheber an und — na klar, ich habe ja einen Lift–Kit installiert, da passt der Wagenheber natürlich nicht mehr! Ganz toll!

An der Achse kann ich ihn nicht aufheben, weil der in der Mitte eine Erhöhung hat, die in ein Loch am Rahmen gesteckt wird. Aber ich entdecke am Träger des Lift–Kits auch eine kleine Vertiefung und so hebe ich ihn an der Stelle an. Das klappt tatsächlich!

Schnell ist der erste Reifen gewechselt, dann geht es zum Nächsten. Da habe ich schon etwas mehr Routine und sage Helen, dass sie nicht warten braucht. Schließlich muss ich erst fertig werden mit allem. Nach etwas Zögern kann ich sie doch überzeugen, dass sie losfährt.

Wie sie weg ist, wechsel ich auch gleich die beiden Vorderreifen. Mit der Mischbestückung will ich auch nicht fahren, zumal die Felgen vorne nicht genügend Platz geben. Gegen vier fahre ich endlich los. Zu meiner Überraschung finde ich den Weg problemlos.

Nach 7 Meilen tanke ich noch schnell an einer BP, die gerade hoffnungslos überfüllt ist. Und hinter mir wartet auch schon einer. Mist, ich will doch die Scheiben putzen, seitlich sehe ich gar nichts! Also fahre ich schnell auf den Parkplatz rüber und hole den Wischer. Der andere hinter mir schaut mich etwas ungläubig an und meint, ob ich was vergessen habe. Nein, ich will nur die Scheiben noch putzen und wollte ihn nicht so lange warten lassen.

Endlich sind die Scheiben geputzt und es geht ohne Verfahren weiter. Dummerweise ist bei meinem GPS nach halber Strecke der Akku leer. Und meinen Reserveakku habe ich noch nicht angeklemmt, weil ich die Schraube nicht gefunden hatte. Also fahre ich ohne GPS weiter. Das geht auch ganz gut. Nur die Einfahrt zu Helen’s Grundstück hätte ich bald verpasst. Von dieser Seite bin ich es einfach nicht gewohnt. Und der alte Chevy Van steht leider auch nicht mehr oben. Der war immer ein guter Orientierungspunkt.

Dort angekommen ziehe ich als erstes meine Arbeitssachen an. Dann geht es zum Walmart. Dort marschiere ich als erstes zur Rundfunkabteilung und frage wegen meinem Telefon. Der gibt sich sichtlich Mühe und telefoniert mit zig Leuten vom T–Mobile Support. Schließlich findet er heraus, dass zwar mit meiner Nummer und meinem Konto alles okay ist, aber die SIM Karte ist abgelaufen — hallo?!

Sowas habe ich auch noch nie gehört! Ich muss also jetzt ein neues Telefon kaufen und kann dann das Guthaben und Telefonnummer auf die neue Karte transferieren. Also gut, er will mich dann beim Anmeldeprozedere unterstützen. Ich kaufe das billigste für $20, dann geht es los. Nach endlosen Warteschlangen und zig Verbindungen sind wir wieder an dem Punkt, wo sie die Pin brauchen. Dummerweise habe ich die nicht und so versucht er es über den Ausweis. Aber er kann keine Kundendaten abrufen und dementsprechend auch die Gutschrift nicht durchführen. Das einzige, was ich machen kann, ist, zum T–Mobile Laden in Ross Park Mall zu fahren und dort unter Vorlage meines Ausweises die Ummeldung durchführen. Na klasse! Also das Telefon habe ich schon mal gekauft, jetzt kann ich nur hoffen, dass ich vielleicht doch die Pin bekomme. Dann kann ich es per Telefon selbst durchführen.

Ich bedanke mich, der hat sich bestimmt eine Stunde Zeit genommen. Dann marschiere ich zum Autobereich. Ich nehme Öl– und Luftfilter mit und Motoröl. Hier nehme ich auch wieder die für Extended Mileage in der Hoffnung, dass alles passt.

Dann geht es zu David. Mittlerweile ist er sogar schon zu Hause und ich kann mich kurz mit ihm unterhalten. Er muss nachher noch zu einem Meeting. Es hört sich so an, als ob er im Gemeinderat sitzt, wenn ich seine Erklärung richtig verstanden habe. Ich räume meine ganzen Kartons in die Garage und fange schon mal mit den Arbeiten an.

Zuerst geht es an den Ölwechsel, der Dank meiner neuen Schraube absolut problemlos ist. Nur ist der Motor noch so heiß, dass ich mir beim Wechsel des Filters fast die Finger verbrenne. Vorher wechsel ich noch den Luftfilter und schaue mir den neuen Kühler an. Der Einlass kommt mir schon sehr klein vor. Ich vergleiche den mit meinem und es stimmt, der ist deutlich kleiner, was doch einiges an Unbehagen hervorruft. Und dann der nächste Schock: Der Einlass ist auf der anderen Seite, genau da, wo meine ganzen Zusatzteile der Automatik sitzen. Auweia, habe ich da den falschen Kühler bestellt?

Das muss ich zu Hause gleich kontrollieren. Ich fülle mein neues Öl ein, schraube den Filter rein und dann geht es zurück. Am Haus von David stoppe ich noch kurz und melde mich ab. Es ist nur Lisa da. Aber wir sehen uns ja noch ein paar Mal, bevor ich losfahre. Dann geht es nach Hause.

Es ist schon halb acht, wie ich ankomme. Helen hat mittlerweile gegessen und schlägt vor, ich soll doch schnell zum Essen fahren und wir bringen dann das Auto zum Händler. Also wasche ich mich noch schnell, dann geht es ab ins Lone Star in Cranberry. Das ist recht nah — und fast nichts los! Dementsprechend schnell bekomme ich auch mein Essen. Die Bedienung ist auch super, nur mit der Pepsi ohne Eis hat sie sich vertan. Aber sie bringt mir gleich eines ohne Eis. Ich gebe 20% Trinkgeld (daran muss man sich erst wieder gewöhnen), dann geht es zurück.

Bereits kurz vor neun bin ich zurück und wir fahren zu meinem Chevrolet Händler in Wexford. Dort fülle ich den Umschlag aus, werfe alles mit meinen Unterlagen ein. Dann fahren wir zurück. Um zehn bin ich bereits im Bett, todmüde…

  • Besichtigungen
  • Allgemein
  • Frühstück: Zu Hause
  • Abendessen: Lone Star Steakhouse & Saloon, Cranberry
  • Motel: Zu Hause
  • Tagesetappe: —