Zebulon Montgomery Pike Trail zum Ursprung des Mississippi 1805 — 1806

16. Tag: 26. August 2002 Quincy — Ft. Madison

Als erstes brauche ich einen Platz zum Frühstück. Leider hatte ich es gestern versäumt zu fragen und beim Auschecken hatte ich ebenfalls nicht daran gedacht. Ich versuche zuerst mein Glück beim Ruby Tuesday von gestern. Aber die haben morgens nicht geöffnet. Dann folge ich zuerst noch etwas der Hauptstraße, aber auch hier habe ich kein Glück.

Als nächstes fahre ich den Highway 104 zurück bis zum Highway 57. Aber alles, was ich finden kann, sind irgendwelche Fast Food Ketten. Ich glaube, ich kreise fast eine halbe Stunde, bis ich endlich ein nettes Frühstückscafé entdecke. Der Parkplatz ist fast voll und ich bekomme gerade noch einen Platz. Vor lauter Freude habe ich ganz vergessen zu schauen, wo ich bin und wie das Café heißt. Ich glaube, es war am Highway 96 und es war ein Wagenrad an der Mauer in Schmiedeeisen.

Aber Hauptsache, das Frühstück ist gut. Ich bestelle mir, wie immer, mein Standardfrühstück und dann geht es zur Tankstelle. Gegen halb elf breche ich dann endlich zu meinem Trail auf.

Es geht zuerst auf dem Highway 24 über den Mississippi nach Westen. Bei West Quincy biege ich auf meine Backroad ab. Zuerst geht es an den Bahngleisen und hinter dem Damm entlang. Nach etwa 2 Meilen muß ich jedoch von meinem geplanten Weg abzweigen, da geradeaus nur noch ein Privatgrundstück ist.

Also geht es ein kurzes Stück wieder ins Landesinnere. Bei der nächsten Gelegenheit biege ich jedoch wieder nach Norden ab. Einige Meilen später geht es über eine ziemlich verrostete Brücke, deren 12 Tonnen Gewichtslimit ich nicht ganz glauben kann.

Auf dem letzten Stück wird die Schotterpiste deutlich schlechter. In der Mitte ist schon wieder etwas Gras zu sehen. Dann geht es noch einmal über eine Brücke, die im gleichen baufälligen Zustand ist.

Von weitem sehe ich etwas wie einen Schaufelraddampfer, aber mitten auf dem Land! Wie ich näher komme, entpuppt sich dieser als Spielkasino und die Schotterpiste endet urplötzlich mitten auf dem Parkplatz. Ich denke, wenn ich diese Strecke in die andere Richtung gefahren wäre, hätte ich die Straße bestimmt nicht gefunden. Wer rechnet schon damit, daß am hintersten Ende eines Parkplatzes mitten drin eine Straße beginnt…

Ich habe den Highway 61 nach La Grange erreicht. Ich folge diesem durch die Stadt bis zum Highway 8, der mich wieder hinaus bringt.

Backroad, Missouri Backroad, Missouri
Backroad, Missouri

Bei Canton erreiche ich abermals den Highway 61 und auf dem geht es ein gutes Stück weiter, bis ich die nächste Backroad erreiche. Diese ist schon ziemlich zugewachsen. Kurz nachdem ich die Bahngleise überquert habe, biegt die Straße nach Süden ab. Das ist genau die falsche Richtung!

Road P, Missouri Road P, Missouri
Road P, Missouri

Ich kehre also wieder einmal um und fahre auf dem Highway 61 bis zur nächstmöglichen Abzweigung. Road F ist allerdings erst die nächste Abzweigung, einige Meilen später. Von dort zweige ich auf die Road P nach Norden ab. Am Ende von Road P folge ich einer kleinen Straße nach Osten, die mich zum Ufer des Mississippi zurück bringen soll. Doch diese endet bald und ich muß die Backroad wieder zurück fahren.

Rose Pond, Missouri Rose Pond, Missouri
Rose Pond, Missouri

Auf einer Alternativstrecke, die ebenfalls nur eine Schotterpiste ist, geht es durch den Rose Pond CA. Hier hat der Fluß schon fast eine kleine Sumpflandschaft generiert.

Backroad, Missouri Backroad, Missouri
Backroad, Missouri

Ein Schild warnt mich vor dem Weiterfahren, daß dieser Teil bei Hochwasser nicht passierbar ist. Aber zur Zeit ist der Mississippi recht handsam und ich kann weiter fahren.

Nach einiger Zeit erreiche ich wieder den Highway 61. Auf dem geht es weiter bis zum Highway 136. Der bringt mich bis zur Staatsgrenze nach Iowa. Kurz darauf erreiche ich Keokuk.

George M. Verity, Keokuk, Iowa George M. Verity, Keokuk, Iowa
George M. Verity, Keokuk, Iowa

Hier möchte ich mir einen alten Schaufelraddampfer anschauen, die George M. Verity. Wie ich ankomme, verläßt gerade eine Gruppe das Boot. So wie es aussieht, bin ich der einzige Gast im Moment. Der Mann, der den Eintritt kassiert, ist auch zugleich für das Renovieren zuständig. Da das Boot aus Eisen ist, hat er eine ganze Menge an Rostarbeiten vor sich.

George M. Verity, Keokuk, Iowa George M. Verity, Keokuk, Iowa
George M. Verity, Keokuk, Iowa

Teilweise sind die Sachen schon sehr schön renoviert. Aber an einigen Stellen nagt der Zahn der Zeit schon sehr deutlich. Die Tour beginnt mit dem Maschinenraum, in dem man die riesigen Kessel betrachten kann. Dann geht es weiter zum Bereich des Antriebs. Für ein Schiff von 1927 ist es gar nicht einmal schlecht erhalten. Vielleicht hat auch die sehr kurze Betriebszeit geholfen. Bereits 1960 wurde sie aus dem Verkehr gezogen.

George M. Verity, Keokuk, Iowa George M. Verity, Keokuk, Iowa
George M. Verity, Keokuk, Iowa

Aber selbst zu diesen Zeiten wurde immer noch das Wasser aus dem Mississippi zum Essen serviert. Man sieht noch die Pumpe, die das Trinkwasser aus dem Fluß befördert hatte. Nach Besichtigung der riesigen Antriebsachsen für das Schaufelrad geht es die Treppen zum eigentlichen Deck hinauf.

George M. Verity, Keokuk, Iowa George M. Verity, Keokuk, Iowa
George M. Verity, Keokuk, Iowa

Von hier aus gelangt man auch in die Kabinen. Von den Mannschafts– bis zu den Offiziers– und der Kapitänskoje ist alles restauriert — wenn auch in der Koje des Kapitäns ein Eimer das Wasser auffängt, das von der Decke tropft…

George M. Verity, Keokuk, Iowa George M. Verity, Keokuk, Iowa
George M. Verity, Keokuk, Iowa
George M. Verity, Keokuk, Iowa George M. Verity, Keokuk, Iowa
George M. Verity, Keokuk, Iowa

Von diesem Deck aus kann man noch hinauf zum Steuerstand des Schiffs gehen. Im Kommandoraum gibt es sogar bereits ein Echolot. Man merkt, daß dieses Schiff zur Zeit der Revolution durch die Elektronik noch gefahren wurde. Da dieser Dampfer ein reiner Frachtdampfer war, der schwerpunktmäßig Kohlen beförderte, gibt es hier keine Passagierkabinen.

Beim Heruntergehen sehe ich noch die Zugmechanismen, mit denen die beiden großen Schornsteine zum Durchfahren der Brückenbereiche umgelegt werden konnten.

Nachdem ich alle Eindrücke gesammelt habe, unterhalte ich mich noch etwas mit dem Angestellten. Er arbeitet schon lange hier und er macht den Großteil der Renovierungen. Es geht zwar nicht so schnell, wie er das gerne hätte. Aber er macht es lieber richtig, damit die Restauration auch hält. Bei dem harschen Klima in dieser Gegend würde der Kahn sonst sofort wieder zum Rosten anfangen.

Ich verabschiede mich und mache noch ein paar Aufnahmen am Flußufer. Gegen 14 Uhr fahre ich weiter. Ganz am Fluß entlang kann ich leider nicht fahren. Also muß ich wieder zurück zur Hauptstraße und mir dort einen Weg zum Ufer suchen.

Mississippi River, Iowa Mississippi River, Iowa
Mississippi River, Iowa

Schließlich werde ich fündig und werde auch mit einigen malerischen Ausblicken auf den Mississippi belohnt.

River Road, Mississippi River, Iowa River Road, Mississippi River, Iowa
River Road, Mississippi River, Iowa

Auf der kleinen River Road geht es bis nach Montrose. Erst hier muß ich wieder auf den ungeliebten Highway zurück, der mich auf der letzten Etappe des heutigen Tages begleitet. Mein Ziel ist das Super 8 in Ft. Madison. Bereits um viertel nach drei erreiche ich es. So bleibt mir reichlich Zeit meine Filmaufnahmen des heutigen Tages durchzugehen.

Gegen acht Uhr mache ich mich auf dem Weg zum Abendessen. Mir wurde für Steaks der Palm Supper Club empfohlen, nur ein kurzes Stück weiter die Straße hinunter. Er ist leicht zu finden, weil er eine beleuchtete Palme hat. Es gehört zu den höherpreisigen Restaurants, aber dafür ist das Steak hervorragend. Gegen dreiviertel neun bezahle ich und mache mich auf den Weg zurück zum Motel.

  • Besichtigungen
  • George M. Verity (Eintritt)
  • Allgemein
  • Frühstück: Unbekanntes Café, Quincy
  • Abendessen: Palm Supper Club, Ft. Madison
  • Motel: Super 8, Ft. Madison
  • Tagesetappe: 94 Meilen